Stadt des Anstoßes für Luthers Thesen
Jüterbog ist einer der ältesten Städte in Brandenburg und entwickelte sich im Mittelalter zu einer bedeutenden Handelsstadt. Das Treiben um eine riesige Geldkiste in der Stadtkirche veränderte damals nicht nur Jüterbog, sondern ganz Europa. Sie gab den Anstoß zu Luthers Thesen gegen den Ablasshandel.
„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“ verkündete Johann Tetzel so lautstark, dass es bis ins benachbarte Wittenberg drang. Noch heute zeugt in der Jüterboger Nikolaikirche der „Tetzelkasten“ vom Treiben des Ablasspredigers. Tetzel soll darin das Geld gesammelt haben, mit dem sich Gläubige von ihren Sünden freikaufen konnten. Als immer mehr Christen aus Wittenberg nach Jüterbog fuhren, um sich Ablassbriefe zu kaufen, verfasste Luther aus Verärgerung 1517 seine berühmten Thesen gegen das Geschäft mit dem Sündenfreikauf. So hat es Luther in seinen „Tischgesprächen“ geschildert. Zwei Jahre später predigte der spätere Bauernführer Thomas Müntzer in Jüterbog. Mit ihm stritten die Mönche des Jüterboger Franziskanerklosters, die verbissen gegen die Ideen Martin Luthers kämpften. Damals war das Wort „Lutheraner“ noch ein Schimpfwort.
Für mich ging es am Bahnhof los über die Schloßstraße bis zur Stadtkirche. Informationen über Prediger und Bürger - Reformation im städtischen Alltag. Es ging weiter zum Dammtor welches wahrscheinlich im 13 Jahrhundert zur Stadtbefestigung errichtet wurde. Es ging zum Heilig-Geist-Platz, hier gibt es eine Holzfigur von Johann Tetzel mit seiner Kiste. Auf dem Platz befindet sich noch die Luthereiche, welche zur Erinnerung an den 400 jährigen Geburtstag des Reformators. Gepflanzt auf der Stätte der Heiligengeistkapelle, in welcher Schneidewein der erste ev. Prediger der Stadt Jüterbog wirkte. Es ging zum Marktplatz am Rathaus. Weiter zur Tetzelkapelle und zur St. Nikolaikirche mit der Bank "Stadt des Anstoßes". Wieder am Marktplatz vorbei zur Klosterkirche im Kulturquartier Mönchenkloster hier gibt es den Stempel zur heutigen Tour für den Luther Pass. Der Bau des Klosters wird auf 1480 datiert, weitere Infos gibt es im Klostermuseum. Durch einer Grünanlage mit einem Graben ging es über den Luther-Tetzel Weg ging und zum Bahnhof zurück.
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